AfB-Dithmarschen

Schleswig-Holsteins künftiges Schulgesetz beschlossen

Veröffentlicht am 06.02.2014, 11:12 Uhr     Druckversion

In der Landtagssitzung am 22. Januar 2014 wurde das Schulgesetz beschlossen, das ab 1. August 2014 gelten wird.

Hier die Kernpunkte des neuen Gesetzes:

  • Die Schullandschaft in Schleswig-Holstein hat künftig eine klare Struktur.
     
  • Im Anschluss an die Grundschule können Eltern und Kinder zwischen zwei Schularten wählen: Gemeinschaftsschule und Gymnasium.  
     
  • An den Gymnasien wird in der Regel nach acht Jahren das Abitur erworben (G8). Die bestehenden elf Gymnasien mit einem neunjährigen Bildungsgang und die vier Gymnasien, die sowohl einen acht- wie einen neunjährigen Bildungsgang anbieten (das so genannte Y-Modell), können so fortgeführt werden.  
     
  • An den Gemeinschaftsschulen können drei Schulabschlüsse erworben werden: der ‚Erste allgemeinbildende Schulabschluss‘ nach neun Jahren, der ‚Mittlere Schulabschluss’ nach zehn Jahren und die ‚Allgemeine Hochschulreife‘ nach 13 Jahren.  
     
  • Im Sekundarbereich II kann dann zwischen drei Wegen gewählt werden: den Oberstufen der Gemeinschaftsschulen, den Oberstufen der Gymnasien und den Beruflichen Gymnasien. Damit gibt es drei unterschiedliche, aber gleichwertige Wege zum Abitur.  
     
  • Kooperationen im Bereich der Oberstufe: Da nicht alle Gemeinschaftsschulen ei-ne eigene Oberstufe haben, können Schulen ohne eigene Oberstufe Kooperationen mit allgemein bildenden Schulen mit eigener Oberstufe und/oder Beruflichen Gymnasien eingehen. Diese Kooperationen gewährleisten, dass alle Schülerinnen und Schüler - sofern sie die schulischen Leistungsvoraussetzungen erfüllen - eine Rechtsgarantie auf den Besuch einer Oberstufe haben.  
     
  • Regionalschulen mit mehr als 240 Schülerinnen und Schülern werden mit Beginn des neuen Schuljahrs in Gemeinschaftsschulen umgewandelt. Regionalschulen, die knapp darunter liegen, also mit mindestens 230 Schülerinnen und Schülern, erhalten eine um ein Jahr verlängerte Übergangsfrist. Sie werden erst am 31. Juli 2015 zu Gemeinschaftsschulen umgebaut, sofern die Schülerzahl bis zu diesem Zeitpunkt auf mindestens 240 angestiegen ist. Anderenfalls wird der Schulbetrieb mit Ablauf des Schuljahres 2019/20 eingestellt - wenn alle Schülerinnen und Schüler die Schule durchlaufen haben.  
     
  • Die Schulübergangsempfehlung fällt weg. Stattdessen erfolgt im letzten Grund-schuljahr ein eingehendes verpflichtendes Beratungsgespräch, das den Eltern eine Orientierungshilfe bei der Wahl der weiterführenden Schule geben soll. Die Entscheidung, welche weiterführende Schule ein Kind besucht, treffen aber allein die Eltern.  
     
  • Schrägversetzungen vom Gymnasium zur Gemeinschaftsschule bleiben möglich, sofern Gymnasien nachweisen können, dass ein Schüler oder eine Schülerin trotz schulinterner, individueller Förderung den Anforderungen des Gymnasiums nicht gewachsen ist.  
     
  • Die Erweiterung der Experimentierklausel soll Gemeinden und Kommunen Spielraum geben, um innovative, qualitativ hochwertige Konzepte für den Erhalt einer kleinen Dorf-Grundschule zu entwickeln.  
     
  • Die Einschulung der Kinder erfolgt, wenn sie bis zum 30. Juni eines laufenden Schuljahres sechs Jahre alt werden. So lange nicht sichergestellt werden kann, dass 'alle' Kinder, die nicht im Alter von sechs Jahren eingeschult werden, statt-dessen eine hochwertige vorschulische Förderung erhalten, macht eine Flexibilisierung des Eingangsalters keinen Sinn. Es können nur Kinder beurlaubt werden, die aus gesundheitlichen Gründen nicht am Unterricht teilnehmen können.  
     
  • Die Ersatzschulfinanzierung wird an den Schülerkostensätzen der Regelschulen orientiert: Sie wird damit fair, transparent und verlässlich.  
     
  • Lehramts-Master-Studierende können im Rahmen von Schul-Praktika, die der beruflichen Qualifizierung dienen, in begrenztem Ausmaße Unterricht erteilen. Dies ist eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten: für die Praktikanten, die konkrete Berufsfelderfahrungen sammeln können, für die betreuenden Fachlehrer, die in den von den Praktikanten übernommenen Unterrichtsstunden z.B. Klassenarbeiten korrigieren können, für die Schüler und Schülerinnen, die auf diese Weise Unterrichtsreihen erhalten, die gleich von zwei Personen, dem Fachlehrer und dem Praktikanten vorbereitet wurden. Gute Ausbildung ist praxisnahe Ausbildung, und eine gute Ausbildung ist der Garant für gute Schule.

Quelle: Medieninformation

 


Kommentare
Keine Kommentare
 
Bildungslinks

AfB Schleswig-Holstein

 

GEW

 

Bildungsportal

 

Musikschule