Thomas Oppermann ist plötzlich und überraschend verstorben

„Eine Nachricht, bei der die Zeit stehen bleibt“

Thomas Oppermann ist tot. Parteiübergreifend reagierten politische Weggefährtinnen und -gefährten mit Bestürzung, Trauer und Respekt vor der Leistung des großen Sozialdemokraten. Die SPD verliert einen „leidenschaftlichen und kämpferischen Genossen“ – und: „einen Freund“.

Überraschend ist der Vizepräsident des Deutschen Bundestages Thomas Oppermann am Sonntag im Alter von 66 Jahren gestorben. Der Sozialdemokrat war langjähriger Abgeordneter des Deutschen Bundestages, unter anderem auch Vorsitzender der SPD-Fraktion und Erster Parlamentarischer Geschäftsführer. In Niedersachsen wirkte er zwischen 1998 und 2003 als Landesminister für Wissenschaft und Kultur.

Politikerinnen und Politiker aller Parteien zeigten sich bestürzt über den unerwarteten Tod Oppermanns.

Die ersten Reaktionen:

„Mein Kollege, der Vizepräsident des Bundestags Thomas Oppermann, ist tot. Vor wenigen Wochen hatte er angekündigt, nach 30 Jahren als Parlamentarier werde er nicht mehr antreten und sei offen für neue Projekte. Ich bin sehr traurig. Meine Gedanken sind bei der Familie.“

Saskia Esken, SPD-Vorsitzende

„Ein schwerer Schock für uns alle. Thomas Oppermann ist gestern plötzlich und unerwartet gestorben. Wir sind tief erschüttert und trauern mit seinen Angehörigen.“

Norbert Walter-Borjans, SPD-Vorsitzender

„Ich bin bestürzt und traurig über den viel zu frühen Tod Thomas Oppermanns. Ich habe ihn über viele Jahre als verlässlichen und fairen sozialdemokratischen Partner in Großen Koalitionen geschätzt. Als Vizepräsident des Deutschen Bundestages hat er sich in turbulenter Zeit um unser Parlament verdient gemacht. Seiner Frau und seinen Kindern gilt mein aufrichtiges Beileid.“

Angela Merkel, Bundeskanzlerin

„Unser Land verliert einen versierten Politiker, der Bundestag einen herausragenden Vizepräsidenten und die SPD einen leidenschaftlichen und kämpferischen Genossen. Wir alle verlieren einen Freund – und sind traurig.“

Olaf Scholz, Vizekanzler, Bundesfinanzminister, SPD-Kanzlerkandidat

„Seine beherzte und zupackende Art machte ihn zu einem außergewöhnlichen Politiker, der immer mit großer Verantwortlichkeit gehandelt hat.“

Rolf Mützenich, Vorsitzender des SPD-Bundestagsfraktion

„Seine Leidenschaft für Politik war für jeden spürbar. Sein viel zu früher Tod schockt mich.“

Lars Klingbeil, SPD-Generalsekretär

„Thomas Oppermann ist gestorben. Das ist eine Nachricht, bei der die Zeit stehen bleibt. Wir verlieren einen vorbildlichen Parlamentarier, einen leidenschaftlichen Kämpfer für die Demokratie & einen Freund. Die Trauer ist unermesslich. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie.“

Heiko Maas, Bundesaußenminister

„Die Nachricht vom plötzlichen Tode meines Kollegen und Genossen Thomas Oppermann erfüllt mich mit tiefer Trauer. Thomas hat sich mit Leidenschaft und Verstand um unser Land und die Sozialdemokratie verdient gemacht. Meine Gedanken sind bei seiner Familie.“

Hubertus Heil, Bundesarbeitsminister

„Lieber Thomas Oppermann, wir waren vor Jahren beide 1. PGF‘s unserer Fraktionen. Aus dem Gegeneinander von Reg & Opp wurde Freundschaft: So haben wir Manches bewegt. Du warst ein großartiger Demokrat und ein wirklich feiner Kerl. Dein Tod macht uns fassungslos. RIP“

Peter Altmaier, Bundeswirtschaftsminister

Deutschland verliere „einen Realpolitiker mit großem Herzen und klarem sozialdemokratischen Kompass“.

Volker Wissing, FDP-Generalsekretär

Oppermanns „humorvolle, unprätentiöse, einfach feine Art wird uns sehr fehlen“.

Annalena Baerbock, Parteivorsitzende Die Grünen

„Er war ein feiner Mensch – verlässlich und mit Herzblut bei der Sache.“

Dietmar Bartsch, Fraktionsvorsitzender, DieLinke

 

 

Zum Tod von Thomas Oppermann erklären die SPD-Vorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans:

Der plötzliche Tod von Thomas Oppermann erschüttert uns und erfüllt uns mit tiefer Trauer. Wir sprechen seiner Familie und Angehörigen unser herzliches Beileid aus und wünschen ihr viel Kraft für die kommende Zeit.

Wir verlieren einen langjährigen Weggefährten, einen überzeugten Sozialdemokraten, einen auf vielen Feldern hochkompetenten Politiker und einen offen, humorvollen Freund.

Beim Friedensdienst in den USA hat Thomas Oppermann seine Leidenschaft für die politische Arbeit entdeckt. Im Göttinger Studierendenparlament und bei den Jusos fand er schließlich die politische Heimat, die er gesucht hatte.

Der damalige Ministerpräsident Gerhard Schröder berief Thomas Oppermann 1998 als jüngsten Minister in sein Kabinett. Als Wissenschafts- und Kulturminister hat er in Niedersachsen viele wichtige Reformen angestoßen und umgesetzt. Bei den vorgezogenen Bundestagswahlen 2005 wurde er in Göttingen per Direktmandat in den Deutschen Bundestag gewählt – seitdem gewann er seinen Wahlkreis immer direkt.

Er hat sich schnell einen Namen in Berlin gemacht und schon zwei Jahre später das Amt des Parlamentarischen Geschäftsführers der SPD-Bundestagsfraktion angenommen.
In seinen langjährigen parlamentarischen Ämtern – erst als Parlamentarischer Geschäftsführer, ab 2013 als Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion und zuletzt als Bundestagsvizepräsident – hat sich Thomas Oppermann nicht nur in der eigenen Fraktion ein außerordentlich hohes Maß an Vertrauen erworben.

Er war auch unter vielen Kolleginnen und Kollegen anderer Fraktionen aufgrund seiner Verlässlichkeit, seiner Klarheit und Professionalität hoch geschätzt und geachtet.

Auch für die Bundespartei übernahm er immer wieder verantwortungsvolle Aufgaben. Im Bundestagswahlkampf 2017 leitete Thomas Oppermann zusammen mit Katarina Barley und Manuela Schwesig die Programmkommission und verantwortete im SPD-Parteivorstand die Erstellung des Wahlprogramms.

Es mag an seiner Vergangenheit als Richter liegen, dass Thomas Oppermann immer natürliche Autorität, Charisma und Seriosität verkörpert hat. Seine Antworten und Aussagen zeugten stets von großer Sachkenntnis und tief empfundener Überzeugung.

Wir sind stolz, dass Thomas einer der Unseren war. Seit 40 Jahren gehörte er der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands an. Wir haben ihm Außerordentliches zu verdanken und werden ihn nicht vergessen.